Hans-Altmann-Park

Die Begräbnisstätte der damals selbstständigen Gemeinde Friedenau wurde 1914 als "Waldfriedhof Friedenau in Gütergotz" eröffnet. Diese Landgemeinde wurde 1920 mit der damaligen Stadt Schöneberg als elfter Bezirk in das neu enstandene Groß-Berlin eingemeindet. Der Friedhof erhielt den neuen Namen "Waldfriedhof Schöneberg in Gütergotz". Im Rahmen einer Berliner Verwaltungsreform wurde die Anlage dem Bezirk Wilmersdorf als "Wilmersdorfer Waldfriedhof Gütergotz" zugeordnet. Seit der Umbenennung von Gütergotz in Güterfelde im Jahr 1937 besteht der Name "Wilmersdorfer Waldfriedhof Güterfelde".

Der Architekt Hans Altmann

Anfang des 20. Jahrhunderts beschloss die damals noch selbstständige Gemeinde Friedenau den Ankauf einer Bestattungsfläche in der Gemarkung Gütergotz. Die Planung für das Gelände südwestlich des Südwestkirchhofs an der Landstraße zwischen Stahnsdorf und Potsdam wurde dem Architekten Hans Altmann übertragen. Er selbst äußert sich 1924 höchst zurückhaltend: „In den Jahren 1913 und 1914 wurde der Waldfriedhof in Gütergotz angelegt, der den modernen Anschauungen über Friedhofskunst entsprechend, nicht mehr den Charakter der üblichen Begräbnisstätten mit ihrer nüchternen Gleichförmigkeit trägt, sondern dem Besucher den versöhnlichen Eindruck gibt, in dem Garten Gottes, dem schönen märkischen Wald seine Toten besuchen und sich in Andacht der Stimmung des Ortes hingeben zu können.“

Altmann, geboren am 11. Dezember 1871 in Danzig, studierte in Berlin Architektur. Nachdem er 1899/1900 das Königliche Staatsministerium geschaffen hatte, galt er in der Architekturwelt als „ideenreicher und vielseitig künstlerischer Schöpfergeist“ und „in Stein dichtender Baukünstler“. 1904 wurde er zum Friedenauer Gemeindebaurat ernannt. Seine Bauten prägen noch heute das Bild von Friedenau: Rheingau-Gymnasium (1910), Paul-Natorp-Oberschule (1912), Evangelisches Pfarr- und Gemeindehaus am Friedrich-Wilhelm-Platz (1913) und Bobertal-Ober- und Ruppin-Grundschule (1914) gehören dazu, aber auch „Kleinigkeiten“ wie die Bedürfnisanstalt am Perelsplatz oder der herausragende Industriebau der „Askania-Werke“ in der Bundesallee.

Typisch für Hans Altmanns malerisch gruppierte Bauten sind eine ortsbildprägende Qualität und eine eigenständige Architekturhandschrift, die sich zwischen Historismus, Jugendstil und Moderne bewegt. Herausragend in jeder Hinsicht ist das Friedenauer Rathaus mit dem auf die Ecke gesetzten Turm, das in den Jahren von 1913 bis 1917 erbaut wurde, aber schon drei Jahre später mit der Bildung von Groß-Berlin und der Eingliederung von Friedenau in den Stadtbezirk Schöneberg seine Funktion wieder verloren hatte.

Während seiner Zeit als Gemeindebaurat musste der 1881 eingerichtete Friedenauer Quartiersfriedhof in der Stubenrauchstraße bis zu seiner heutigen Größe von 21.062 Quadratmetern erweitert werden. Als markantes Gebäude entstand zwischen 1914 und 1916 das langgestreckte Columbarium mit Erd- und Untergeschoss für Urnenbestattungen. In unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich die Ruhestätten des Komponisten Ferruccio Busoni, der Schriftstellerin Askania Werke AG in der Bundesallee, Fassade Dinah Nelken, des Regisseurs Rudolf Noelte, des Fotografen Helmut Newton und nahe dem Grab ihrer Mutter Josefine von Losch das Ehrengrab von Marlene Dietrich.

Hans Altmann, der am 27. Januar 1965 in Berlin verstarb, ist heute kaum noch bekannt. Er muss es geahnt haben: Am Friedenauer Rathaus hat er sich selbst mit einer Porträtbüste ein Denkmal gesetzt.


  • “...in dem Garten Gottes, dem schönen märkischen Wald seine Toten besuchen...” Hans Altmann – Architekt
  • “...und sich in Andacht der Stimmung des Ortes hingeben zu können.” Hans Altmann – Architekt